Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Welt der Nonprofits – aber nicht überall gleich schnell. Eine neue Studie zeigt, wo NPOs bereits souverän mit KI arbeiten, wo große Hürden lauern und warum gerade jetzt wichtige Weichen gestellt werden müssen.
Die Studie „Künstliche Intelligenz in Nichtregierungsorganisationen“ des Instituts für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) der OTH Regensburg im Rahmen des Projekts KINiro, zeigt eindrücklich, wie vielfältig und zugleich herausfordernd der KI-Einsatz im Nonprofit-Sektor heute ist.
KI-Anwendungen in der Praxis
Die qualitativ befragten Organisationen nutzen bereits eine breite Palette an Tools, allen voran generative KI wie ChatGPT, Microsoft-Copilot oder Google-Gemini. Diese kommen vor allem in der Textproduktion zum Einsatz: bei der Erstellung von Newslettern, Social-Media-Beiträgen, Briefings oder Übersetzungen. Auch im Wissensmanagement und in der Datenanalyse entstehen neue Möglichkeiten, etwa zur Strukturierung interner Dokumente oder zum Auswerten großer Textmengen. Darüber hinaus experimentieren einzelne Organisationen mit spezialisierten KI-Anwendungen im Kern ihrer Tätigkeit. Zum Beispiel zur Artenbestimmung im Naturschutz, für Umweltmonitoring oder für komplexere Entscheidungsunterstützungssysteme. Die Nutzung ist jedoch selten systematisch: Vieles entsteht durch Eigeninitiative technikaffiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Gründe für den KI-Einsatz
Die Motivation, KI einzusetzen ist für die Befragten klar: Es geht um Zeitersparnis und Entlastung im administrativen Bereich. KI wird als Chance gesehen, Ressourcen freizusetzen, die dann für Kernaufgaben wie Beratung, Aufklärung, Mitgliederarbeit oder politisches Engagement verfügbar werden. Einige Organisationen sehen zudem strategische Vorteile: bessere Datenverarbeitung, modernere Kommunikationsformate und auch höhere Sichtbarkeit. Gleichzeitig meinen die Organisationen, dass KI ein notwendiger Schritt ist, um langfristig wettbewerbsfähig und zukunftsfähig zu bleiben.
Die Erwartungen an KI sind aber heterogen. Einige erwarten den großen Wurf und Transformationsschub und andere lediglich Effizienzsteigerung und pragmatische Arbeitserleichterungen. Zu den größten Bedenken zählen Datenschutz, Bias-Risiken, ethische Fragen und der mögliche Verlust menschlicher Kompetenzen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen sich, dass KI zu intransparenten Entscheidungen oder zu Fehlern führen könnte, die besonders im sozialen Bereich schwerwiegende Folgen hat.
Erfolgreiche Umsetzungsstrategien
Die Studie zeigt einen wachsenden Bedarf an Orientierung. Die Non-Profit-Organisationen wünschen sich klare Leitlinien, Austauschplattformen und praktische Schulungen, um KI sicher und sinnvoll einsetzen zu können. Gleichzeitig bleibt die Akzeptanz hoch – besonders dann, wenn KI als ergänzendes Werkzeug verstanden wird, das Mitarbeitende entlastet, aber nicht ersetzt. Entscheidend ist, Vertrauen aufzubauen und die Belegschaft aktiv in die Einführung einzubeziehen.
Besonders wirkungsvoll sind nach Meinung der Interviewten folgende Einführungsstrategien:
- Interne Arbeitsgruppen und KI-Hubs, die Austausch bündeln und praxisnahe Lösungen erproben
- Bottom-up-Initiativen, die technikaffine Mitarbeitende aktiv einbeziehen und frühe Erfolge sichtbar machen
- Klare Unterstützung durch die Führungsebene, etwa durch Aufnahmen von KI in strategische Zielsetzungen
- Kompetenzaufbau, von niedrigschwelligen Workshops bis hin zu gezielten Trainings
- Entwicklung von Leitlinien, um Unsicherheiten zu reduzieren und verantwortungsvolle Nutzung zu gewährleisten
Diese Ansätze wirken besonders dort, wo die Einführung von KI nicht nur als technologisches Projekt verstanden werden, sondern als gemeinsamer Lernprozess in der Organisation.
Ein aktuelles Angebot der Fundraising Akademie ist das Online-Seminar „Generative KI in Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit“ mit Maik Meid am 04. März 2026.
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- Generative KI: Pixabay