GivingTuesday 2026: Was sich jetzt noch organisieren lässt

Illustration GivingTuesday

Am 1. Dezember ist GivingTuesday. Auch wenige Wochen vorher können gemeinnützige Organisationen noch aktiv werden. Ob Spendenaktion, Dankeschön für Unterstützende oder gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit: Der internationale Aktionstag bietet mehr Möglichkeiten als nur einen zusätzlichen Spendenaufruf.

Der internationale Aktionstag für Großzügigkeit und gesellschaftliches Engagement entstand 2012 in den USA als Gegenbewegung zu den konsumorientierten Aktionstagen Black Friday und Cyber Monday. Inzwischen beteiligen sich Menschen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen weltweit. Auch in Deutschland hat sich der Tag etabliert. Doch was lässt sich wenige Wochen vorher noch organisieren? Eine aufwendige neue Kampagne dürfte kaum zu schaffen sein. Mit vorhandenen Kontakten, Projekten und Materialien ist aber noch einiges möglich.

Spendenaktionen: Vorhandene Möglichkeiten nutzen

Eine Möglichkeit ist die Spendenverdopplung: Ein Unternehmen oder Großspender sagt zu, eingehende Spenden bis zu einer festgelegten Summe zu verdoppeln. Kurzfristig funktioniert das vor allem, wenn bereits ein entsprechender Kontakt besteht. Die Kinderstiftung „Die Arche“ setzt beim GivingTuesday 2026 auf eine solche Aktion unter dem Motto „DOPPELT (hält) HILFT BESSER“.

Wer bereits eine Spendenkampagne durchführt oder die Jahresendkampagne vorbereitet, kann den GivingTuesday nutzen, um ihr zusätzlichen Schwung zu geben. Dafür braucht es keine neue Kampagnenidee. Wichtig ist allerdings, den besonderen Spendentag rechtzeitig anzukündigen und Unterstützende schon vor dem 1. Dezember darauf aufmerksam zu machen.

Besonders interessant sind kurzfristige Peer-to-Peer-Spendenaktionen. Wenn eine Organisation individuelle Spendenseiten anbieten kann, können Ehrenamtliche, Vorstandsmitglieder oder engagierte Förderer selbst aktiv werden und in ihrem persönlichen Umfeld um Unterstützung bitten. Die Organisation muss dafür vor allem die technischen Voraussetzungen schaffen. Etwa Aktions-Spendenformulare oder Vorlagen bereitstellen und zur Teilnahme motivieren.

Wie das aussehen kann, zeigt die Schweizer Stiftung Pro Juventute. Sie regt zum GivingTuesday persönliche Challenges an und unterstützt die Teilnehmenden mit Textvorlagen und individuellen QR-Codes. Auch eine sogenannte Wohnzimmerspende, bei der Freunde und Bekannte gemeinsam ein Projekt unterstützen, ist eine Möglichkeit.

Beziehungspflege: Einfach mal Danke sagen

Der GivingTuesday muss nicht zwangsläufig ein Tag der Spendenbitten sein. Er bietet ebenso Gelegenheit, bestehende Beziehungen zu pflegen. Manche Vereine und Organisationen nutzen den Tag bereits, um sich bei Förderern und Ehrenamtlichen zu bedanken. Warum also nicht einen Dankesnewsletter verschicken, in dem die Wertschätzung im Mittelpunkt steht und gezeigt wird, was die bisherige Unterstützung bewirkt hat?

Noch persönlicher ist eine kleine Dankveranstaltung, bei der Unterstützende mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen oder Menschen aus den Projekten ins Gespräch kommen. Wer den organisatorischen Aufwand scheut oder Förderer in verschiedenen Regionen hat, kann auch zu einer digitalen Veranstaltung einladen. Eine halbe Stunde mit einem kurzen Projektbericht, einem persönlichen Dank der Geschäftsführung und Gelegenheit für Fragen kann bereits ausreichen.

Auch persönliche Anrufe bieten sich an. Wenn Vorstandsmitglieder oder die Geschäftsführung ausgewählte Förderer anrufen, um sich zu bedanken, entsteht ein Kontakt, für den im Fundraising-Alltag oft zu wenig Zeit bleibt. Dabei sollten Dank und Beziehungspflege im Mittelpunkt stehen. Fragen die Angerufenen jedoch von sich aus nach weiteren Unterstützungsmöglichkeiten, sollten die Gesprächspartner vorbereitet sein und konkrete Projekte oder Ideen vorstellen können.

Solche Aktionen bringen möglicherweise keine unmittelbaren Spendeneinnahmen. Sie können aber Wertschätzung vermitteln, Vertrauen stärken und damit langfristig zur Spenderbindung beitragen.

Öffentlichkeitsarbeit: Gemeinsam mehr erreichen

Der GivingTuesday bietet auch Gelegenheit, öffentlich auf die eigene Arbeit aufmerksam zu machen. Dafür braucht es nicht unbedingt eine große Veranstaltung. Eine Möglichkeit ist, die Menschen hinter der Organisation sichtbar zu machen: Ehrenamtliche, Mitarbeitende oder langjährige Unterstützer erzählen in kurzen Videos oder Porträts, warum sie sich engagieren und was sie mit ihrem Einsatz bewirken. Solche Geschichten lassen sich auf der Website, in sozialen Medien und in der lokalen Presse verbreiten.

Noch spannender kann eine gemeinsame Aktion mehrerer Vereine und Initiativen sein. Gerade in kleineren Orten oder Nachbarschaften können Organisationen ihre Ressourcen bündeln: Räume, ehrenamtliche Helfer, Kontakte und finanzielle Mittel. Gemeinsam lässt sich eine Veranstaltung auf die Beine stellen, die ein einzelner Verein kaum stemmen könnte. Zugleich treten die Beteiligten nicht als Konkurrenten um Aufmerksamkeit und Spenden auf, sondern zeigen gemeinsam, was bürgerschaftliches Engagement vor Ort bewirkt.

Allerdings ist die verbleibende Vorbereitungszeit knapp. Eine größere Gemeinschaftsaktion dürfte sich jetzt vor allem dort noch organisieren lassen, wo Vereine bereits zusammenarbeiten. Denkbar wäre ein gemeinsamer Abend, bei dem mehrere Initiativen ihre Arbeit vorstellen, oder eine kleine öffentliche Aktion an einem zentralen Ort. Wer dafür keine Kapazitäten hat, kann sich auf eine gemeinsame Kommunikationsaktion beschränken, etwa mit einer abgestimmten Social-Media-Kampagne oder einem gemeinsamen Pressebeitrag.

Praktische Hilfe für Kurzentschlossene

Wer jetzt noch aktiv werden möchte, muss nicht bei Null anfangen. GivingTuesday Deutschland stellt auf seiner Website ein umfangreiches kostenloses Toolkit bereit. Es enthält unter anderem Leitfäden für Wohnzimmerspenden, Anregungen für die Einbindung von Ehrenamtlichen und Unternehmen sowie aufgezeichnete Webinare zu Fundraising, Storytelling und Gemeinschaftsaktionen.

Für die Öffentlichkeitsarbeit gibt es Social-Media-Vorlagen, Sharepics, Logos, Tipps zur Mediaplanung und eine Vorlage für Pressemitteilungen. Viele Grafiken lassen sich direkt in Canva bearbeiten und an die eigene Organisation anpassen. Auch Beispiele aus vergangenen Aktionen können bei der Planung helfen. Der GivingTuesday muss also weder eine große Kampagne noch eine zusätzliche Belastung für das Vereinsteam bedeuten. Vielleicht ist er für manche Organisationen gerade dann besonders wertvoll, wenn sie an diesem Tag ihren Unterstützenden zeigen, was deren bisheriges Engagement bewirkt hat. In der von zahlreichen Spendenaufrufen geprägten Adventszeit kann eine solche Erinnerung an die eigene Wirkung als Spenderin oder Spender nicht schaden.

Bildquellen

  • GivingTuesday: PR

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