KI-Suchen verändern die Informationssuche, Chatbots können Fragen sofort beantworten, und digitale Zahlungen sind Alltag. Aktuelle Studien zeigen, worauf gemeinnützige Organisationen achten sollten, damit Interessierte den Weg von der ersten Recherche bis zur Spende finden.
In der digitalen Spendenkommunikation reichte ein gutes Spendenformular noch nie aus. Entscheidend ist der gesamte Weg von der Suche nach geeigneten Spendenmöglichkeiten über die Beantwortung relevanter Fragen der Interessierten bis zur bevorzugten Zahlungsmethode. Aktuelle Untersuchungen und Befragungen geben Hinweise, wie NGOs diese Stationen gestalten können.
Gefunden werden – auch durch KI
Laut Postbank Digitalstudie 2026 nutzen 38 Prozent der Befragten mindestens mehrmals wöchentlich KI zur gezielten Informationssuche; bei den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar schon 58 Prozent. Das bedeutet noch nicht, dass sie KI auch nach geeigneten Spendenorganisationen fragen. Aber es spricht dafür, die Auffindbarkeit jenseits klassischer Suchmaschinen ernst zu nehmen. Immerhin sind KI suchen erste seit wenigen Jahren präsent.
Wer etwa fragt, welche Organisationen in einer Region Wohnungslosen helfen, erwartet konkrete, nachvollziehbare Antworten. Non-Profit-Organisationen sollten daher prüfen, ob KI-Suchen ihre Arbeit zutreffend darstellen. Klare Projektbeschreibungen, aktuelle Angaben zu Wirkung und Mittelverwendung sowie öffentlich zugängliche Informationen zu Trägerschaft und Transparenz helfen Menschen bei der Orientierung – und können auch für KI-Suchen nützlich sein. Eine Garantie, in KI-Antworten genannt zu werden, ist das aber nicht.
Schaffen KI-Chatbots auf der Website Vertrauen?
Wer sich für eine Spende interessiert, hat häufig konkrete Fragen: Wofür verwendet die Organisation Spenden? Warum sind freie Spenden oft hilfreicher als zweckgebundene? Was bedeutet Zweckbindung? Wie erhalte ich eine Spendenbescheinigung? Wie ändere oder beende ich meine regelmäßige Spende? Ein KI-Chatbot kann solche Fragen rund um die Uhr beantworten, ohne dass Interessierte lange suchen oder auf eine Antwort warten müssen.
Dass solche Angebote mehr als eine technische Spielerei sein können, zeigt eine Untersuchung von Yang Cheng und Yuan Wang (2025) mit 591 Chatbot-Nutzenden in den USA. Sie fanden statistisch signifikante positive Zusammenhänge zwischen dem wahrgenommenen Nutzen und der Benutzerfreundlichkeit eines KI-Chatbots, dem Vertrauen in ihn, dem Engagement in sozialen Medien und der Spendenabsicht. Chatbots könnten demnach die Beziehung zu einer Organisation unterstützen und die Spendenbereitschaft fördern. Ob sie tatsächlich zu höheren Spendeneinnahmen führen, wurde allerdings nicht untersucht.
Eine weitere Untersuchung, „When AI Chatbots Ask for Donations“ (2025), zeigt in vier Studien, worauf es bei der Kommunikation ankommt. Abstrakte Spendenappelle von KI-Chatbots wirkten weniger glaubwürdig als konkrete, sachbezogene Aussagen. Während ein abstrakter Spendenappell etwa lautet: „Schenken Sie Kindern Hoffnung auf eine bessere Zukunft“, beschreibt eine konkrete Botschaft, was die Spende bewirkt: „Mit 30 Euro finanzieren Sie Schulmaterial für ein Kind.“ Interessanterweise verschwand dieser Nachteil, wenn der Chatbot mit einem menschenähnlichen Avatar gestaltet war. Bei diesen Chatbots führten abstrakte Botschaften sogar zu einer höheren Spendenabsicht als konkrete. Die Forschenden erklären das damit, dass Menschen technischen KI-Assistenten eher sachliche Kompetenz zuschreiben, während eine menschenähnliche Gestaltung soziale Vertrauensmechanismen aktiviert.
Für NGOs spricht das dafür, einfache KI-Chatbots vor allem als verlässlichen Informationsservice einzusetzen, statt sie mit emotionalen Spendenappellen zu beauftragen. Basis dafür sind geprüfte Informationen, transparente Kommunikation und die Möglichkeit, bei Bedarf einen Menschen zu kontaktieren.
Bezahlen ohne Umwege
Die technischen Voraussetzungen für Online Spenden sind mittlerweile weit verbreitet: Laut Postbank erledigen 77 Prozent ihre Bankgeschäfte per App oder Online-Portal. Die Bundesbank ermittelte für 2025 erstmals eine Mehrheit bargeldloser Alltagszahlungen (55 Prozent). Diese Werte sind keine Online-Spendenquoten, zeigen aber, wie vertraut digitale Zahlungen geworden sind.
Für Spenden sammelnde Vereine folgt daraus: Online-Spendenformulare sollten auf Smartphones gut funktionieren, vertraute Zahlungsarten anbieten und mit möglichst wenigen Eingaben auskommen. Wichtig sind außerdem eine sichere Zahlungsabwicklung und klare Informationen darüber, welche Daten erhoben werden.
Doch digitale Zahlungswege sind nicht die einzigen. Der Deutsche Spendenmonitor 2025 zeigt, dass neben unbaren Spenden weiterhin Bargeldspenden geleistet werden. Die durchschnittliche jährliche Spendensumme lag bei 109 Euro für unbare Zahlungen und bei 32 Euro für Bargeldspenden. Diese Durchschnittswerte berücksichtigen auch Befragte ohne entsprechende Spenden. Der Monitor unterscheidet allerdings nicht zwischen einzelnen digitalen Zahlungsarten und klassischen Überweisungen. Für NGOs bleibt es deshalb sinnvoll, neben Online-Spendenformularen auch andere Spendenwege weiterhin anzubieten.
Bildquellen
- Smartphone mit Spendenchat: ChatGPT